Vortrag & Workshop mit Nicolas Pethes

Am 6. und 7. Dezember 2021 ist Prof. Dr. Nicolas Pethes bei uns zu Gast.


Am Montag, den 6. Dezember, wird Nicolas Pethes einen Abendvortrag mit dem Titel „The Form of Forms: Zur Poetik bürokratischen Schreibens in David Foster Wallaces The Pale King“ halten.

Der Vortrag möchte die Beobachtung, daß der moderne Roman immer weniger von spektakulären „turning points“ und immer mehr von alltäglichen „fillers“ erzählt (Franco Moretti), auf die materielle und praxeologische Dimension der damit verbundenen literarischen Ästhetik beziehen: Die redundanten Abläufe des Alltags werden in der bürgerlichen Gesellschaft durch bürokratische Prozeduren und diese wiederum durch spezifische Aufschreibe- und Archivierungssysteme formatiert und reguliert. Eines der zentralen Formate dieser „Papierarbeit“ (im Sinne Bruno Latours) ist das Formular, das im Büroroman des 20. Jahrhunderts verschiedentlich, in besonders prägnanter Form aber in David Foster Wallace‘ posthum veröffentlichtem Fragment „The Pale King“ (2011) zur zentralen Vermittlungsinstanz zwischen literarischem Erzählen und prosaischer Wirklichkeit wird.


Am darauffolgenden Tag, den 7. Dezember, findet ein ganztägiger Workshop mit dem Titel „Papier|Arbeit. Formate und Materialitäten von Alltagsdokumenten“ auf Zoom statt.

Der literaturwissenschaftlich ausgerichtete Workshop widmet sich einer ‚Papier|Arbeit‘, verstanden als einer Arbeit mit, an und über Papier, wie sie nicht nur in der Verwaltung oder der Philologie maßgeblicher Teil des Alltags ist, sondern auch in der Literatur verhandelt wird. Fokussiert werden sollen einerseits Fragen nach einer konkreten oder inszenierten Arbeit am Papier, andererseits aber auch die Arbeit des Papiers, im Sinne der Herausforderungen, Widerstände und Instruktionen, die dieses kulturtragende Medium dem (alltäglichen) Umgang mit ihm entgegenhält.

Im Zentrum unseres Workshops stehen dabei Alltagsdokumente und ihre literarische Verhandlung. Wir möchten diskutieren, inwiefern gerade die Materialität und Formatierung der Alltagsdokumente entscheidend sind für ihren Gebrauch im (Arbeits-)Alltag oder für die Dokumentation des Alltäglichen – sei es in bürokratischen Formularen, Tagebüchern oder Einkaufslisten. Durch die gemeinsame Betrachtung von Alltagsdokumenten und literarischen Texten sollen diese Dimensionen der ‚Papier|Arbeit‘ und Fragen nach den Inszenierungsform(at)en solcher Performanzen in der Literatur im Vordergrund des Workshops stehen.


Anmeldungen zum Vortrag sind via E-Mail an das-dokumentarische@rub.de möglich. Der Workshop findet intern statt.