Sarah Horn, M.A.

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Universitätsstr. 105
44780 Bochum
Raum: UNI 105, 3/26

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E-Mail: sarah.horn-x3w@rub.de




Titel der Dissertation

Testo-Techniken – Selbstdokumentarische Praktiken in Trans*-Vlogs


Projektbeschreibung

Auf YouTube dokumentieren viele Female-to-Male-Trans*personen (FtM) in Vlogs den Prozess ihrer geschlechtlichen Transition. Oft geht es in den Videos um die durch den Einfluss von medizinischen Testosteronpräparaten stattfindenden körperlichen Veränderungen. In der (audio-)visuellen Präsentation des Körpers wird die eigene Männlichkeit anhand erwarteter Effekte der Hormoneinnahme – Bartwuchs, stärkere Körperbehaarung, zunehmende Muskelmasse – ausgestellt und gleichsam beglaubigt. Die zentrale Bedeutung von Testosteron während dieses Prozesses zeigt sich nicht zuletzt in den Thematiken der einzelnen Videos: Viele zelebrieren den Tag, an dem sie zum ersten Mal Testosteron einnehmen, als zweiten Geburtstag oder ‚T-Day‘ und nehmen auch in darauffolgenden Videos explizit Bezug auf dieses Datum, indem sie die Vlogbeiträge nach den Tagen, Monaten oder Jahren ‚auf Testosteron‘ betiteln.

Das Forschungsprojekt rückt die Praxis des Vloggens und in dessen Kontext die Einnahme von Testosteron als selbstdokumentarische Praktiken in den Blick, die sich jedoch der Kontrolle des Selbst zumindest teilweise entziehen: Die Effekte der solchermaßen auf den Körper gerichteten Techniken sind zwar erwartbar, keineswegs jedoch
vorhersagbar oder determiniert. Anhand der Untersuchung des Zusammenspiels von geschlechtlichem Körper, medialer Praxis des Vloggens, der Ästhetik und Zeitlichkeit dieser Online-Videos und den Effekten der Testosteroneinnahme leistet das Projekt eine Analyse von FtM-Trans*-Vlogs zwischen Kontrollregimen des exzessiv Dokumentarischen und Gesten des gegendokumentarischen Entzugs.


Wissenschaftlicher Werdegang

  • Seit Oktober 2016: Wissenschaftliche Mitarbeit (Promotion) am DFG-Graduiertenkolleg „Das Dokumentarische. Exzess und Entzug“, Ruhr-Universität Bochum
  • 04/2016 bis 09/2016: Stipendium der Mercator Research Group „Räume anthropologischen Wissens“
  • 10/2014 bis 09/2015: Wissenschaftliche Mitarbeit am Vorantrag einer interdisziplinären DFG-Forschergruppe mit dem Titel „Medialisiertes Leben. Einrichtungen des Humanen seit dem 18. Jahrhundert“, Romanisches Seminar der Ruhr-Universität Bochum
  • 10/2011 bis 06/2014: Masterstudium Medienwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum
  • 10/2007 bis 02/2011: Bachelor-Verbundstudium Medienwissenschaft (Medienkulturwissenschaft, Medienrecht), Universität zu Köln

Publikationen


Vorträge

  • „Happy T-Day“–Transmale Bodies in Self-Documentary Vlogs, 29. Juni – 01. Juli 2017 | NECS conference 2017 „Sensibility and the Senses“ | Université Sourbonne Nouvelle – Paris 3
  • Mit Hormonpräparat und Webcam – selbstdokumentarische Praktiken in Trans*-Vlogs, 08.-10. März 2017 | 30. Film- und Fernsehwissenschaftliches Kolloquium | Universität Hamburg

Sonstiges