Rose-Anabel Beermann, M.A.

Universitätsstr. 105
44789 Bochum
Raum: UNI 105, 3/26

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E-Mail: Rose.Beermann@ruhr-uni-bochum.de


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Titel der Dissertation

Autoimmunität, hybride Körper und neue Formen des Zusammenseins: Selbstdokumentation(en) unsichtbarer Krankheiten in zeitgenössischer Performance (Arbeitstitel)

Projektbeschreibung

Im Fokus dieses Promotionsvorhabens stehen künstlerische Selbstdokumentationen so genannter “unsichtbarer Krankheiten”, wie z.B. Depression oder Autoimmunerkrankungen, deren gefühlte, körperliche Realität im Alltag kaum einen lesbaren, visuellen Ausdruck findet. Es ist bestimmt kein Zufall, dass sich vor allem Künstler*innen aus dem Bereich der zeitgenössischen Performance mit diesem Thema befassen, wo eine körperliche Praxis Ausgangspunkt für verschiedene Formen der Darstellung ist. Arbeitshypothese ist, dass diese Formen des Ausdrucks einer gefühlten, subjektiven Erfahrung vorherrschende Narrative in Frage stellen können und in Verbindung mit gesellschaftspolitischen Realitäten ein kritisches Potential entfalten. Die dokumentarischen Gesten der hier untersuchten Künstler*innen finden oft in einem performativen Setting statt, setzen sich jedoch in unterschiedlichen Textformaten, Photographie und Video sowie in der Kombination dieser unterschiedlichen Medien fort.

Die Idee der Selbstdokumentation soll anhand des Begriffs der Autoethnographie gefasst werden, eine qualitative Forschungsmethode, die persönliche Erfahrungen zu ihrem Ausgangspunkt erklärt. Für dieses Promotionsvorhaben möchte ich den Begriff der Autoethnographie in einem erweiterten Sinn verwenden und damit das Zusammenspiel von performative Praxis mit selbstdokumentarischen Formaten in Text, Bild und Video fassen: Wie werden performative Praxis mit unterschiedliche Medien ausgehend von körperlichen Erfahrungen verschränkt?

Die zentrale Fragestellung ist, inwiefern solche autoethnographischen Arbeiten als eigene künstlerische und politische Form verstanden werden können: Wann wird die Dokumentation der eigenen Erfahrung zu einer gegendokumentarischen Geste? Welche Grenzen hat eine solche Praxis in Zeiten der allgegenwärtigen Technologien der Sozialen Medien? Und wo entfaltet sie vielleicht gerade jetzt eine besondere Kraft? Ziel dieses Promotionsvorhabens ist es, einzelne künstlerischen Herangehensweisen herauszuarbeiten und anhand queer-feministischer Affekttheorien zu befragen, auf welche Art und Weise die Kritik der Künstler*innen ihre Wirkung entfaltet. Welche Bewegungen, Handlungen, Objekte und Bilder finden die Künstler*innen für ihre Erfahrungen einer unsichtbaren Krankheit? Und welche Körper entstehen in diesem Zusammenhang?

Wissenschaftlicher Werdegang

  • Seit Okt. 2022: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am DFG-Graduiertenkolleg “Das Dokumentarische. Exzess und Entzug”, Ruhr-Universität Bochum
  • Okt. 2021 – Sept. 2022: Lehrbeauftragte am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz der Universität der Künste Berlin
  • Okt. 2017 – Sept. 2022: Wissenschaftliche Mitarbeiterin von Prof. Dr. Bojana Kunst am Lehrstuhl für Tanzwissenschaft, Institut für Angewandte Theaterwissenschaft, Justus-Liebig-Universität Gießen
  • Okt. 2010 – März 2013: M.A. Choreographie und Performance, Institut für Angewandte Theaterwissenschaft, Justus-Liebig-Universität Gießen
  • Okt. 2009 – Sept. 2010: M.A. Theaterwissenschaft, Freie Universität Berlin
  • Apr. 2006 – Sep. 2009: B.A. Kulturwissenschaften, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

Sonstiges

Seit April 2013 arbeitet Rose Beermann freiberuflich als Regisseurin, Choreographin, Darstellerin und Dramaturgin im Bereich zeitgenössische Performance und experimenteller Tanz. Ihre Arbeiten als Autorin wurden an verschiedenen deutschsprachigen Häusern und auf internationalen Festivals gezeigt. Sie hat kontinuierlich erfolgreich Fördergelder für ihre eigene Projekte eingeworben, wie z.B. beim Hauptstadtkulturfonds, der Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten Berlin, dem Kulturamt der Stadt Leipzig oder Life Long Burning. Seit 2016 berät sie professionell andere Künstler*innen beim Einwerben von Fördergeldern und dem Schreiben von Projektanträgen.