Vera Mader, M.A.

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44789 Bochum
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Titel der Dissertation

Medienpraktiken der Sorge. (Arbeitstitel)


Projektbeschreibung

Care-Tätigkeiten bilden die materielle Grundlage sozialen Zusammenlebens: Wer unter welchen Bedingungen für wen Sorge trägt steckt den Rahmen, in dem Teilhabende Erfahrungen von Gemeinschaft und Selbstheit aushandeln. Mein Forschungsvorhaben möchte Politiken der Sorge in konkreten materialen und medialen Praktiken des Sorgetragens fokussieren und fragen, inwiefern Medienpraktiken am Fortdauern ‚mehr als menschlicher‘ Umwelten, die neben Lebewesen auch Objekte und Infrastrukturen miteinbeziehen, mitwirken und zugleich Teil der zu erhaltenden sozialen Netzwerke werden, meist ohne selbst in Erscheinung zu treten.

Dabei interessieren mich Verhältnisse von Unsichtbarkeit und Sichtbarkeit unterschwelliger Infrastrukturen und marginalisierter Arbeit bzw. sozialer Positionierungen. Ich möchte untersuchen, wie (gegen-)dokumentarische Praktiken von feministischen Film- und Videoarbeiten seit den 1970er Jahren bis zu Sorge-Arbeit in digitalen Ökologien Care im Sinne einer situierten Ethik/Praxis problematisieren und politisieren. Diese medialen Praktiken lassen sich als kritisches Praxisdenken selbst Formen des Sorgetragens verstehen und tradieren Sorge als Kippfigur zwischen emanzipatorischen Bestrebungen und der Konsolidierung normativer Ansprüche und machtstruktureller Ungleichheit.

Während Sichtbarmachungen affektiver Bezogenheiten erneut Ausschlüsse entlang der Grenzverschiebung politischer Repräsentierbarkeit produzieren, lassen die vielschichtigen Interdependenzen in Sorge-Konstellationen Care als kommunikatives Tun perspektivieren, welches sich gerade nicht in politischen Repräsentationslogiken erschöpft. Ich möchte fragen, wie zwischen Sorgehabenden und -tragenden situierte Medienpraktiken an Un/sichtbarkeit geknüpfte Konzepte der Verteilung von (autonomer) Handlungsmacht unterlaufen und in die Re-produktion lebenswerter Umwelten eingebunden sind.


Wissenschaftlicher Werdegang

  • Seit Oktober 2019: Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Promotion) am DFG-Graduiertenkolleg „Das Dokumentarische. Exzess und Entzug“, Ruhr-Universität Bochum
  • 10/2016 bis 9/2019: Masterstudium der „Medienkulturforschung“, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • 9/2017 bis 5/2018: Studium am Department of Communication, University of Massachussetts, Amherst
  • 10/2013 bis 9/2016: Bachelorstudium „Medienkulturwissenschaft“ und „Europäische Ethnologie“, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Publikationen

  • „Morgen, das 22. Jahrhundert. Neue, alte und Andere Zukünfte“, in: zfm 22, April 2020.
  • „The Master’s Tools. Technische Störung und Afrofeministische Differenz bei Janelle Monáe und Erykah Badu“, in: FFK Journal Nr.5, März 2020.
  • „Der Bunker als Monitor – Unbreakable Kimmy Schmidt und die Ästhetik der Hysterie im Fernsehen”, in: Scheffer, Bernd; Jahraus, Oliver (eds.), Medienobservationen, 2017.
    https://www.medienobservationen.lmu.de/artikel/tv/tv_pdf/mader_hysterie.pdf

Vorträge

  • 2020 „Rewind. Queer Asynchronicity and Afrofeminist Chronopolitics in the audiovisual works of FKA twigs and Kelela“, Queer Pop. Akademisches Symposium am Zentrum für Populäre Musik und Kultur, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.
  • 2020 „Katzen knutschen. Gemeinsam-Werden in Tiervideos“, 33. Film- und Fernsehwissenschaftliches Kolloquium an der Hochschule für Bildende Künste, Braunschweig.
  • 2019 „The Master’s Tools. Ästhetiken der Störung im Afrofuturismus von Janelle Monáe und Erykah Badu“, 32. Film- und Fernsehwissenschaftliches Kolloquium an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, Potsdam.
  • 2018 “Attack the Rack – Performing emotional labor and consumer personhood in thrift haul videos”, Graduate Student Conference “Performance and Labor in the Contemporary World”, Duke University, Durham, NC.

Sonstiges

  • Mitglied der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM)
  • bis Juli 2020: Wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Medienkultur und Theater der Universität zu Köln
  • Redaktionstätigkeit für die Zeitschriften „Medienobservationen“ und „Mediale Kontrolle unter Beobachtung“