Theodor Frisorger, M.A.

Universitätsstr. 105
44789 Bochum
Raum: UNI 105, 3/25

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E-Mail: theodor.frisorger@rub.de




Titel der Dissertation

LIFE am Set. Produktionsfotografien und die visuelle Kultur der Filmarbeit (AT)


Projektbeschreibung

Das Ausgangsmaterial meiner Dissertation sind Fotografien von der Produktionsarbeit am Filmset. Diese Produktionsfotografien (production stills) versprechen einen erkenntnisreichen Blick hinter die Kulissen des Films und stellen ein mediales Reflexionswissen zwischen Bewegungs- und Standbild in Aussicht. Zugleich sind Produktionsfotografien aber Teil der filmindustriellen Öffentlichkeitsarbeit und kommunizieren kalkulierte Darstellungen von Studios, Stars und Produktionsstab. Um diese Oszillation zwischen Reklame- und Reflexionsbild zu adressieren, untersucht das Dissertationsprojekt die Situierung und Rahmung von Produktionsfotografien im Zeitschriftenmedium am Beispiel des US-amerikanischen Bildmagazins LIFE (1936–1972). Neben dem Umstand multipler intermedialer Formatierungen bildet dabei die Frage nach den historischen Semantiken von Kreativ- und Produktionsarbeit den Kern meines Untersuchungsinteresses.

Begreift man – so die These – Produktionsfotografien als Aushandlungsarenen zwischen den divergenten Interessen von Filmstudios, Fotoagenturen und Zeitschriftenredaktionen, dann erschöpfen sich Produktionsfotografien gerade nicht in einer gefälligen Stilisierung von Filmarbeit, sondern produzieren immer auch semantische Bedeutungsspielräume und affektive Überschüsse. Somit partizipieren Produktionsfotografien an einer visuellen Kultur der Filmarbeit und sie formulieren medienästhetische Antworten auf die Transformationen des US-amerikanischen Filmproduktionsdispositivs zur Mitte des 20. Jahrhunderts.

Im Kreuzungspunkt von Filmhistoriografie und Visual Culture Studies zeichnet das Dissertationsprojekt diese Formen- und Institutionengeschichte der Produktionsfotografie nach und perspektiviert sie als eine medienhistorische Episode zur gegenwärtigen Ästhetisierung und Affizierung von Arbeit. Damit versteht sich das Projekt auch als Beitrag zur Erforschung der visuellen Kultur des frühen Postfordismus.


Wissenschaftlicher Werdegang

  • Seit Dezember 2022: Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Promotion) am DFG-Forschungsprojekt „Frühgeschichte des Making-of-Films: Produktionskulturen des Kinos in Drehberichten des westdeutschen Fernsehens“, Universität zu Köln
  • 10/2019 bis 11/2022: Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Promotion) am DFG-Graduiertenkolleg „Das Dokumentarische. Exzess und Entzug“, Ruhr-Universität Bochum
  • 10/2018 bis 09/2019: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medienkultur und Theater, Universität zu Köln (bei Jun.-Prof. Dr. Dennis Göttel)
  • 10/2015 bis 08/2019: Masterstudium „Medienwissenschaften“, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
  • 04/2014 bis 09/2018: Studentische Hilfskraft und Tutor am Institut für Medienforschung, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (bei Prof. Dr. Heike Klippel und Prof. Dr. Rolf F. Nohr)
  • 10/2012 bis 01/2016: Bachelorstudium „Medienwissenschaften“ und „Kunstwissenschaft“, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und Technische Universität Braunschweig

Publikationen

Aufsätze

  • Öffentlicher Rundfunk und affektiver Kapitalismus. Der Drehbericht als audiovisuelle Quelle der Production Studies (gemeinsam mit Dennis Göttel). In: Dennis Göttel, Stefan Udelhofen und Aycha Riffi (Hg.): Produktionskulturen audiovisueller Medien. Neuere Perspektiven der Medienindustrie- und Produktionsforschung. Wiesbaden: Springer 2023 [im Erscheinen].
  • Der Mann mit dem Koffer und die Frau mit der Schreibmaschine. Produktionsstätten und Schreibszenen bei Chantal Akerman. In: Jan Henschen, Florian Krauß, Alexandra Ksenofontova und Claus Tieber (Hg.): Drehbuchforschung. Perspektiven auf Texte und Prozesse. Wiesbaden: Springer 2022, S. 91–112.
  • Film Extras. The Chicks of Cleopatra im Playboy. In: Frauen und Film 69, 2021, S. 2436. [ausgezeichnet mit dem Karsten-Witte-Preis 2022 der Gesellschaft für Medienwissenschaft für den besten filmwissenschaftlichen Aufsatz ]
  • »At least the money will stay in the family.« Film- und Familienproduktion bei Chantal Akerman. In: Winfried Pauleit und Angela Rabing (Hg.): Familien-Bilder. Lebensgemeinschaften und Kino. Berlin: Bertz + Fischer 2020, S. 104–114.

Rezensionen, kleinere Arbeiten, etc.

  • Performative Figuren queerer Männlichkeit. In: Zeitschrift für Medienwissenschaft, online, 02.12.2020, https://www.zfmedienwissenschaft.de/node/1626.
  • Filmzeitschriften ohne Film. In: Cargo Film/Medien/Kultur 46, 6/2020, S. 68–71.

Lehrveranstaltungen

  • WS 22/23: Celebrity Cultures. Seminar an der Universität zu Köln
  • SoSe 2022: Film und Foto. Übung an der HBK Braunschweig
  • WS 21/22: Cinephilie. Seminar an der Universität zu Köln
  • SoSe 2021: Klassisches Hollywoodkino. Übung an der Universität zu Köln
  • WS 2020/21: Stars. Seminar an der HBK Braunschweig
  • WS 2019/20: Fototheorien. Seminar an der Universität zu Köln
  • SoSe 2019: Starfotografie. Übung an der Universität zu Köln
  • WS 2018/19: Feministische Filmarbeit. Seminar an der Universität zu Köln
  • SoSe 2017: Weltkino. Seminar an der Stiftung Universität Hildesheim
  • SoSe 2017: Michel Foucault. Übung an der HBK Braunschweig (mit Elisa d’Augello)
  • WS 2016/17: Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten. Tutorium an der HBK Braunschweig
  • WS 2016/17: Gender und populäre Medien. Übung an der HBK Braunschweig (mit Elisa d’Augello)
  • SoSe 2016: Intermedialität. Übung an der HBK Braunschweig (mit Elisa d’Augello)
  • WiSe 2015/16: Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten. Tutorium an der HBK Braunschweig
  • WiSe 2015/16: Filmarbeit: Alfred Hitchcock. Übung an der HBK Braunschweig
  • SoSe 2015: Lektürekurs MeWi. Übung an der HBK Braunschweig (mit Arne Fischer & Fedor Thiel)
  • WiSe 2014/15: Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten. Tutorium an der HBK Braunschweig

Organisation von Veranstaltungen

  • Dokumentwerden. Zeitlichkeit | Arbeit | Materialisierung.
    Konzeption und Organisation der 2. Jahrestagung des DFG-Graduiertenkollegs Das Dokumentarische im Kunstmuseum Bochum; gemeinsam mit Cynthia Browne, Jana Hecktor, Philipp Hohmann, Vanessa Klomfaß, Vera Mader, Tilman Richter und Julia Schade. 05.–07.05.2022.
  • Collaborating across Documentary Practices.
    Konzeption und Organisation einer Podiumsdiskussion zwischen Philip Scheffner, Merle Kröger und Diana Allan und einem begleitendem Filmprogramm im Rahmen der Tagung Visible Evidence XXVII; gemeinsam mit Marion Biet, Cynthia Browne, Vera Mader, Anna Polze und Julia Schade. 17.12.2021.
  • Faces in the Wild. Operative Bildlichkeit und digitale Bildkulturen.
    Organisation eines Workshops mit Roland Meyer an der Ruhr-Universität Bochum; gemeinsam mit Carina Dauven, Jana Hecktor und Anna Polze. 08–09.07.2021.
  • Genealogien/Durchkreuzen.
    Organisation eines Workshops mit Nanna Heidenreich im Rahmen der Veranstaltungsreihe Medienkulturwissenschaft post_kolonial, Universität zu Köln. 28.05.2019.
  • Our Story: The Outfest Legacy Project.
    Konzeption und Organisation einer Film- und Veranstaltungsreihe an der Cinémathèque royale de Belgique; gemeinsam mit Céline Brouwez. 16.03.–15.04.2018.
  • »Feindliche Schwestern«. Interdependenzen von Film und Theater.
    Konzeption und Organisation einer Tagung im Rahmen des Internationalen Filmfests Braunschweig; gemeinsam mit Michael P. Aust. 10.11.2016.

Vorträge

  • Hinter den fotografierten Kulissen. Vortrag im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft 2022 (Thema: Arbeit), Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 29.09.2022.
  • LIFE documents ›The Movies‹. Vortrag im Rahmen der Tagung Visible Evidence XXVII, Goethe Universität Frankfurt, 15.12.2021.
  • Filmproduktion als Fotoessay. Online-Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung Das Dokumentarische IV: Begriffe & Projekte, Ruhr-Universität Bochum, 25.11.2021.
  • Der frühe Making-of-Film und seine telemediale Infrastruktur als Quellen historischer Produktionsforschung [gemeinsam mit Dennis Göttel]. Online-Vortrag im Rahmen des 4. Workshops der AG Medienindustrien (GfM), Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 10.07.2020.
  • behind the scenes & below the line. (Gegen)Bilder von Filmarbeit [gemeinsam mit Felix Hasebrink]. Vortragspanel im Rahmen des 33. Film- und Fernsehwissenschaftlichen Kolloquiums, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, 11.03.2020.
  • »At least the money will stay in the family.« Film- und Familienproduktion bei Chantal Akerman. Vortrag im Rahmen des 24. Internationalen Bremer Symposiums zum Film, Universität Bremen, 09.05.2019.
  • Das Making-of als Quelle historischer Filmproduktionsforschung [gemeinsam mit Dennis Göttel]. Vortrag im Rahmen des 3. Workshops der AG Medienindustrien (GfM), Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, 01.02.2018.
  • Queere Zeitstrukturen im Mittelalterfilm am Beispiel von The Valley of the Bees (1967). Vortrag im Rahmen der studentischen Tagung Erbe des Mittelalters, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 24.11.2017.
  • Kinematografische Anatomien. Bewegtbilder des Körperinneren im intermedialen Austausch. Vortrag im Rahmen der studentischen Tagung forschen@studium, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 08.06.2016.
  • Turn the inside out. Fragmente einer Filmgeschichte des Körperinneren. Vortrag im Rahmen der 6. Interdisziplinären Studierendentagung (ISTKuGe), Otto-Friedrich-Universität Bamberg. 24.10.2015.
  • Das Gleiche, das verunsichert. Serielle Fotografie als Medienreflexion. Vortrag im Rahmen der 2. Studentischen Konferenz für interdisziplinäre Forschung (ZuFo), Zeppelin Universität Friedrichshafen, 26.09.2015.
  • Ästhetik der Scheibe. Durchsicht, Ansicht und Reflexion bei Abbas Kiarostami. Vortrag im Rahmen des 87. Kunsthistorischen Studierendenkongresses, Ruprecht Karls-Universität Heidelberg, 30.11.2014.

Summer Schools

  • Teilnahme und Präsentation auf der 4. Summer Academy Media Philology, Ruhr–Universität Bochum, 01.–03.08.2022.
  • Teilnahme und Präsentation auf den 5. Studientagen für Fotografie, Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte Marburg, 19.–23.08.2022.

Sonstiges