Felix Hüttemann, M.A.

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Universitätsstr. 105
44780 Bochum
Raum: UNI 105, 3/28

Telefon: +49 (0) 234/32-27098
E-Mail: felix.huettemann@rub.de

 

 


Titel der Dissertation

Der Dandy und seine Medienformierungen (Arbeitstitel)


Projektbeschreibung

Im Projekt soll am Dandy und seinen Medienformierungen die Diversifikation einer dezidiert dandyistischen (Medien-)Ästhetik herausgearbeitet werden.

Der in der Forschungsliteratur anzutreffende Diskurs, der den Dandy als eine Synthese aus einer eleganten Erscheinung und einer distinguierten Attitüde zu beschreiben sucht, greift zu kurz. Ebenso wie ihn als bloßes Zeitphänomen des 19. Jahrhunderts zu diskreditieren. Es werden im Projekt vielmehr aus einer medienwissenschaftlichen Perspektive literarische, ästhetische und technische Formierungen im Hinblick auf eine dandyistische Ästhetik befragt. Es wird von einer Akzeleration bzw. Diversifikation der dandyistischen Ästhetik durch neue technische und technologische Bedingungen ausgegangen.

Die heutigen medialen Settings revitalisieren und distribuieren eine Ökologie, die im 19. Jahrhundert dandyistischen Figuren und Formierungen zu eigen war. Der Dandy als Störung, die zum einen massiv in der Zeit des 19. und frühen 20. Jahrhundert fußt und zum anderen jedoch dem Diskurs des 19. Jahrhunderts, der geprägt ist von einem ‚Diskurs der Eigentlichkeit‘ des Heims, des ‚Gesunden‘ und ‚Normalen‘, zutiefst zuwiderläuft, muss im Weiteren als eine weitreichende, diversifizierte ökologische Figur betrachtet werden. Die Ökologie bezeichnet hier ein Geflecht der Technologien, Aussagen und Ästhetiken, die ein nicht-natürliches Habitat, eine ‚intelligente‘ Umgebung bilden, in denen der Mensch in nicht-hierarchischer Relation zu verschiedensten Entitäten steht. Die Frage ‚Was ist ein Dandy‘ soll nicht in ihrer Endgültigkeit beantwortet werden, sondern es geht im Projekt um die Frage, ob aus dem Gefüge aus dokumentarischen Operationen, Diskursen, Medien, Techniken und Dingen, welche um den Topos ‚Dandy‘ kreisen, ein (medien-)ästhetisches Paradigma für heutige mediale Formierungen gewonnen werden kann. Mit der Beobachtung und Prognostik eines ‚neuen ästhetischen Paradigmas‘ betonte Félix Guattari in Chaosmose, dass ein „geschmeidiges Gefüge, das geeignet ist, auf mehreren Niveaus, auf unterschiedlichen Ebenen zu funktionieren […]“ sich diversifiziert. In Bezug auf die hier angestrebte Perspektivierung bedeutet dies, dass sich eine Ästhetisierung, welche sich in der heutigen Form des Technologischen und ihrer Bedingung und Ausformung in environmentalen Settings ausbreitet, mittels des Dandyistisch-Ästhetischen beschreiben lässt. Die These ist, dass sich im Diversifikationsprozess jener speziellen Ästhetik eine mögliche Analyseebene von Zusammenhängen der Komplettverdatungen in Relation zu jener ästhetisch-dandyistischen Formierung ergibt, insofern, als dass man die intelligenten künstlichen Umgebungen/Räume (Ubiquitous Computing, Internet der Dinge etc.) unter einem ästhetischen Primat betrachtet. Es geht in diesem Sinne um ein Umgebung-Werden von Ästhetik bzw. um nicht-natürliche Räume, verstanden als mediale Settings und Prozessualitäten, die eine Diversifikation eines dandyistischen Äußerungsgefüges vorantreiben.

So soll sich am Dandy, zum einen mittels der Kulturgeschichte dieser Figur und zum anderen durch eine notwendige dezidiert medienphilosophische Auseinandersetzung, eine neue Forschungsperspektive öffnen. Das Projekt macht es sich zur Aufgabe durch die Analyse des dandyistischen Gefüges eine medienästhetische Betrachtung technologischer und medialer Umgebungen zu liefern. Der Dandy wird als eine paradigmatische Figur einer medienökologischen Ästhetik behandelt, die im Zusammenhang von dokumentarischer Vereinnahmung der Verdatung von Räumen und dem Umgebung-Werden der Technologie zu einer Formation der Analyse und des Widerstands rekonzeptualisiert werden soll.

 


Wissenschaftlicher Werdegang

  • Seit Oktober 2016: Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Promotion) am DFG-Graduiertenkolleg „Das Dokumentarische. Exzess und Entzug“, Ruhr-Universität Bochum
  • Oktober 2014-Oktober 2016: Doktorand und Stipendiat der Mercator Research Group 2 „Spaces of Anthropological Knowledge“ in der AG 3: Medien und anthropologisches Wissen, Ruhr Universität Bochum
  • Januar 2014: Abschluss Master of Arts | Master Thesis „Die Zäsur Kybernetik. Das Ende der Vormachtstellung des Menschen durch die Kybernetik im Apriori von Sammeln, Speichern und Verarbeiten von Wissen und die Möglichkeit eines Dritten zwischen Mensch und Maschine.“ Erstgutachter: Prof. Dr. Nicolas Pethes, Zweitgutachter: Prof. Dr. Friedrich Balke
  • Wintersemester 2011/12-Wintersemester 2013/14: Masterstudium an der Ruhr-Universität Bochum in den Fächern Germanistik und Philosophie
  • August 2011: Abschluss Bachelor of Arts
  • Wintersemester 2008/09-Sommersemester 2011: Bachelorstudium an der Ruhr-Universität Bochum in den Fächern Germanistik und Philosophie

Weitere Akademische Tätigkeiten

  • Seit Sommersemester 2014 Lehrbeauftragter in Germanistik, Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, Ruhr Universität Bochum
  • Wintersemester 2012/13-Sommersemester 2014: Studentische/wissenschaftliche Hilfskraft von Jun. Prof. Dr. Yvonne Wübben in der Mercator Research Group 2 „Spaces of Anthropological Knowledge“ in der AG 2 „Literatur und anthropologisches Wissen“
  • Wintersemester 2011/12-Sommersemester 2012: Tutor im Fach Philosophie für Historische Einführung I und II

Publikationen

Herausgeberschaften

  • Felix Hüttemann, Kevin Liggieri (Hg.): Die Grenze Mensch. Diskurse des Transhumanismus. Bielefeld 2017. (Im Erscheinen)
  • Felix Hüttemann, Kevin Liggieri, Niels Werber: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik. 2015. Heft 179: Die Literatur des Ersten Weltkrieges.

Aufsätze

  • „Welt-ohne-uns“. Nicht-menschliche Räume und die Spekulation, sie zu denken. In: Julia Gruevska: Körper und Räume. Studien zur Interdisziplinären Anthropologie, hrsg. von Gerald Hartung. Springer VS, Wiesbaden 2017. (Im Erscheinen)
  • „Ein eigentümlicher Apparat“ oder „Wenn es der Wahrheitsfindung dient!“  Polygraph, Affective Computing und Mensch-Maschine-Verstehen. In: Hans-Ulrich Lessing, Kevin Liggieri (Hg.): „Das Wunder des Verstehens“. Interdisziplinäre Blicke auf ein außerordentliches Phänomen. Freiburg/München 2016. (Im Erscheinen)
  • Der Horror der Ersetzbarkeit – Die Über-natürlichkeit des Medialen und die falsche Angst vor den Dingen. In: Felix Hüttemann, Kevin Liggieri (Hg.): Die Grenze Mensch. Diskurse des Transhumanismus. Bielefeld 2017. (Im Erscheinen)
  • Der Mensch die obsolete Kopplungsstelle. Die Kybernetik als Zäsur des Denkens. In: Jan Baedke, Christina Brandt, Hans-Ulrich Lessing (Hg.): Anthropologie 2.0 Neuere Ansätze einer philosophischen Anthropologie im Zeitalter der Biowissenschaften. Münster/Wien 2015. S. 155-173.
  • Désinvolture oder die heitere Verachtung. Vom Dandy und seinem kalten Lächeln. In: Kevin Liggieri (Hg.): Fröhliche Wissenschaft. Genealogie des Lachens. Freiburg/München. 2015. S. 251-272.
  • Die Materialschlacht. Ernst Jüngers Werkstätten – Landschaft der Automation. In: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik. 2015. Heft 179: Die Literatur des Ersten Weltkrieges. Niels Werber, Felix Hüttemann, Kevin Liggieri (Hg.). S. 60-78.

Rezensionen

  • „Es geht eine Träne auf Reisen…“ Vom Elend zwischen Duftsteinen und Schmiersuff. Heinz Strunk: der goldene Handschuh. In: Fusznote. Bochumer Literaturkritik. 10/2016 Herausgegeben von Ralph Köhnen, Peter Risthaus, Gregor Schwering. S. 8.

Vorträge

  • „Horror, Posthuman Threshold and World-without-us“ gehalten am 11.09.16 auf der Tagung „Cold Bodies / Warm Machines. Kunst und Technologie nach dem Menschen“ im NRW Forum Düsseldorf.
  • „„Luftfahrt tut not“ – Die veränderte Mensch-Technik-Relation im Kulminationspunkt der Materialschlacht und am Beispiel der Luftfahrt“ gehalten zusammen mit Kevin Liggieri am 14.11.2014 auf der Tagung „Krieg der Ingenieure“? Der Erste Weltkrieg in Technik und Wissenschaft. 8. Aachener Tag der Wissenschaftsgeschichte.
  • „Die Materialschlacht. Ernst Jüngers Werkstätten –Landschaft der Automation“ gehalten auf der Tagung „1914 Kriegerische Diskurse und Diskurse im Krieg“ am 20.06.2014 an der Ruhr-Universität Bochum.

Lehrveranstaltungen

  • Sommersemester 2015: Proseminar „Nietzsche, Ernst Jünger, Heidegger II: Technik, Nihilismus, Metaphysikkritik“, Institut für Philosophie, Ruhr Universität Bochum (zusammen mit Prof. Dr. Hans-Ulrich Lessing)
  • Wintersemester 14/15: Proseminar „Nietzsche, Ernst Jünger, Heidegger I: Technik, Nihilismus, Metaphysikkritik“, Institut für Philosophie, Ruhr Universität Bochum (zusammen mit Prof. Dr. Hans-Ulrich Lessing)
  • Wintersemester 14/15: Proseminar: „Christian Krachts Roman 1979 und seine Kontexte“, Germanistik, Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, Ruhr Universität Bochum
  • Sommersemester 2014: Proseminar: „Diskurse der Zwischenkriegszeit: Ernst Jünger und Walter Benjamin“, Germanistik, Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, Ruhr Universität Bochum

Organisation von Veranstaltungen

  • Mitarbeit an der Konzeption der Tagung Cold Bodies / Warm Machines. Kunst und Technologie nach dem Menschen.“ 09.09.16-11.9.16 in Kooperation mit dem Medienwerk.NRW und der Goldsmiths University London im NRW Forum Düsseldorf
  • Organisation und Durchführung der Tagung „1914 Kriegerische Diskurse und Diskurse im Krieg“ am 20.06.2014 an der Ruhr-Universität Bochum

Sonstiges

  • Mitglied der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM)