{"id":6455,"date":"2021-03-25T16:20:00","date_gmt":"2021-03-25T15:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/das-dokumentarische.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/?p=6455"},"modified":"2021-09-23T14:52:36","modified_gmt":"2021-09-23T12:52:36","slug":"ringvorlesung-sose2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/das-dokumentarische.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/en\/ringvorlesung-sose2021\/","title":{"rendered":"Ringvorlesung &#8220;Das Dokumentarische III&#8221; im SoSe 2021"},"content":{"rendered":"\n<p><a href=\"https:\/\/das-dokumentarische.blogs.ruhr-uni-bochum.de\/wp-admin\/edit.php\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das Graduiertenkolleg veranstaltet im Sommersemester seine nunmehr dritte Ringvorlesung zum Thema &#8220;Das Dokumentarische III: Projekte und Positionen&#8221;. Diese wird zweiw\u00f6chig Donnerstags von 10 bis 12 Uhr per Zoom stattfinden. Weitere Informationen zu den einzelnen Vortr\u00e4gen folgen in K\u00fcrze. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Veranstaltungsinfo:<\/h4>\n\n\n\n<p>Das Graduiertenkolleg behandelt \u2013 seit seinem Bestehen im Jahr 2016 \u2013 das Dokumentarische als eine zentrale Komponente zeitgen\u00f6ssischer Medienkulturen. In der zweiten F\u00f6rderphase des Kollegs \u2013 Beginn im April 2021 \u2013 soll insbesondere ein Konzept des <em>Dokumentwerdens<\/em> entfaltet werden.<br>Die interdisziplin\u00e4ren Forschungsarbeiten des Kollegs aus den Bereichen Medienwissenschaft, Theaterwissenschaft, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte lassen sich alle von der These leiten, dass die spezifische Autorit\u00e4t des Dokumentarischen durch die Untersuchung der Operationen beschreibbar wird, die im Rahmen unterschiedlicher Institutionen und Praktiken auf je spezifische Weise bild-, text- und tonmediale Elemente arrangieren, um so die Lesbarkeit, den Aussagewert, die Distributionslogiken und die Machtwirkungen des Dokumentierten zu steuern. Entgegen einer einflussreichen Theorietradition beschr\u00e4nkt das Forschungsprogramm seine Perspektive in diesem Sinne explizit nicht auf den visuellen Modus des Dokumentarischen und privilegiert auch nicht ein bestimmtes (etwa filmisches) Medium. In den Forschungsprojekten stehen vielmehr h\u00f6chst diverse Gegenst\u00e4nde im Fokus, die in wechselseitige Beglaubigungsverh\u00e4ltnisse eintreten k\u00f6nnen, um einen dokumentarischen Effekt zu produzieren.<br>Die nach 2017 und 2018 nunmehr dritte Ringvorlesung des Kollegs soll erneut dazu dienen, zentrale Forschungsergebnisse zu pr\u00e4sentieren und dar\u00fcber mit Hochschulangeh\u00f6rigen aus allen Fachrichtungen ins Gespr\u00e4ch zu kommen. Sowohl Doktorand_innen, Post-Doktorand_innen als auch die am Kolleg beteiligten Professor_innen kommen hierbei zu Wort. Zudem wird viel Zeit f\u00fcr gemeinsame Diskussionen eingeplant, an denen sich alle Anwesenden gerne rege beteiligen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Programm der Vorlesung:<\/h2>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>22.04.21 |<br><span style=\"color: #00a39d;\"><strong>Friedrich Balke<\/strong><\/span><br><span style=\"color: #000000;\"><em>6,9 Sekunden Hitze und Licht. Wirklichkeitsbegriffe und die M\u00f6glichkeiten des Dokumentarischen.<\/em><\/span><br>Moderation: Tilman Richter<\/p>\n\n\n<span class=\"collapseomatic \" id=\"id69decb9dd76c3\"  tabindex=\"0\" title=\"Vortrags-Abstract\"    >Vortrags-Abstract<\/span><div id=\"target-id69decb9dd76c3\" class=\"collapseomatic_content \">Der Wirklichkeitsbegriff hat eine Geschichte. Ausgehend von den Stationen dieser Wirklichkeitsgeschichte, die Hans Blumenberg entfaltet hat, behandelt der Vortrag das Verh\u00e4ltnis von Dokumentwerden und dokumentarischer Stagnation. Im Mittelpunkt steht das Paradox einer \u201eendlosen Untersuchung\u201c (Luc Boltanski), die zu St\u00f6rungen der dokumentarischen Referenz f\u00fchrt und damit die f\u00fcr die Forschungsagenda des Graduiertenkollegs zentrale Dialektik von dokumentarischem Exzess und Entzug aufruft. Mich interessieren Schranken oder Blockaden des dokumentarischen Prozessierens, die aus einer <em>\u00dcberf\u00fclle<\/em> von Dokumenten resultiert. Die dokumentarische Stagnation stellt in Frage, was ich die <em>Trajektorie des Dokumentarischen<\/em> nenne.<br \/>\nDa Blumenberg die Auswirkungen eines gest\u00f6rten Wirklichkeitsbezugs an der Form des Romans er\u00f6rtert, dessen narratives Versprechen einer \u201eWirklichkeit als sich konstituierender Kontext\u201c uneinl\u00f6sbar ist, erl\u00e4utere ich meinerseits diese Konstellation am Beispiel eines gro\u00dfen Romans aus den 80er Jahren, in dem das Dokumentarische in den Sog einer Verschw\u00f6rungsgeschichtsschreibung ger\u00e4t. Don DeLillos <em>Libra<\/em> zeigt die Grenzen der dem Roman aufgegebenen narrativen Wirklichkeitsdarstellung im expliziten Rekurs auf ein Ph\u00e4nomen auf, f\u00fcr das wir heute das Buzzword Big Data verwenden und das der Roman weniger appetitlich als \u201eDatenjauche\u201c adressiert. Im zweiten Teil des Vortrags besch\u00e4ftige ich mich vor diesem Hintergrund und im Kontext meines Projekts zur \u201eDokumentarischen Urteilskraft\u201c am Beispiel eines Textes von Susan Shuppli zum <em>Watergate Tape 342<\/em> mit der Rolle, die im Kontext der Ermittlungsarbeit von Forensic Architecture die Einbildungskraft und ein \u00fcberraschendes Bekenntnis zur <em>Datenspekulation<\/em> spielen. In Shupplis Lob einer <em>forensic imagination<\/em> wird die Wirklichkeit als sukzessive sich konstituierende Verl\u00e4sslichkeit kassiert.<br \/>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>06.05.21 |<br><span style=\"color: #00a39d;\"><strong>J\u00f6rn Etzold<\/strong><\/span><br><em>Extraktive Prozesse. Dokumentation und Recht in Milo Raus Kongo Tribunal<\/em><br>Moderation: Julia Schade<\/p>\n\n\n<span class=\"collapseomatic \" id=\"id69decb9dd771d\"  tabindex=\"0\" title=\"Vortrags-Abstract\"    >Vortrags-Abstract<\/span><div id=\"target-id69decb9dd771d\" class=\"collapseomatic_content \">Das <em>Kongo Tribunal<\/em> ist der Titel eines 2017 produzierten Dokumentarfilms und eines im gleichen Jahr erschienenen Materialbands. Ihr Gegenstand ist eine Veranstaltung, die wiederum als Auff\u00fchrung des \u201edokumentarischen Theaters\u201c verstanden werden kann: Der Schweizer Regisseur Milo Rau berief vom 23.-25. Mai 2015 im Coll\u00e8ge Alfajiri in Bukavu im Ostkongo und vom 26.-28. Juni im Theater <em>Sophiensaele<\/em> in Berlin zwei gerichts\u00e4hnliche Versammlungen ein. Gegenstand der Prozesse waren drei \u201eF\u00e4lle\u201c, anhand derer Enteignungen und Vertreibungen sowie milit\u00e4rische und paramilit\u00e4rische Gewalt bis hin zu Massakern an der Zivilbev\u00f6lkerung verhandelt wurden, die im Zusammenhang mit der Ausbeutung der reichen Rohstoffvorkommen des Ostkongo durch multinationale Konzerne standen. Rau gelang es, Opfer, Rebellen, Vertreter*innen der Zivilgesellschaft, der Regierung und der beteiligten Firmen vor einer \u2013 in Bukavu vor allem mit kongolesischen Anw\u00e4lten, Politikern und Aktivistinnen besetzten \u2013 internationalen Jury aussagen zu lassen.<br \/>\nDiese Arbeit wirft viele komplexe und vertrackte Fragen auf, die in der Vorlesung entfaltet werden sollen. Welche extraktiven Prozesse sind hier am Werk \u2013 in der globalen und kreditgesteuerten Rohstoff\u00f6konomie ebenso wie im Geflecht der europ\u00e4ischen, staatlich finanzierten Theaterarbeit? Welche Rolle spielen die Dokumente und die K\u00f6rper als Dokumente in dieser Szene des Gerichts ohne rechtsprechende Kraft? Welches Verh\u00e4ltnis von Recht und Theater wird vorausgesetzt und aufs Spiel gesetzt? Welches Modell des Rechts liegt dem Tribunal zugrunde?<br \/>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>20.05.21 |<br><span style=\"color: #00a39d;\"><strong>Monika Schmitz-Emans &amp; Vanessa Klomfa\u00df<\/strong><\/span><br><em><em>\u201eNat\u00fcrlich (k)eine alte Handschrift\u201c. Konstruktionen dokumentarischer Handschriftlichkeit im Rahmen literarischer Fiktionen.<\/em><\/em><br>Moderation: Fynn-Adrian Richter<\/p>\n\n\n<span class=\"collapseomatic \" id=\"id69decb9dd774a\"  tabindex=\"0\" title=\"Vortrags-Abstract\"    >Vortrags-Abstract<\/span><div id=\"target-id69decb9dd774a\" class=\"collapseomatic_content \">Handgeschriebenen und manuell signierten Texten wird oft der Status von Dokumenten zugeschrieben. Seit sich manuelle Schriftz\u00fcge technisch reproduzieren lassen, k\u00f6nnen auch solche Reproduktionen in Dokumentationspraktiken einbezogen werden. (Damit verbunden sind vielfach Authentifizierungsversuche.) In Druckwerken mit literarischen Texten spielen Reproduktionen von Handschriftlichem unterschiedliche Rollen. Sie k\u00f6nnen etwa f\u00fcr die Konstruktion fiktionaler Welten respektive f\u00fcr deren fingerte Authentifizierung herangezogen werden; sie k\u00f6nnen jedoch auch dazu dienen, Authentifizierungs- und Dokumentierungsgesten spielerisch zu dekonstruieren. Neben reproduzierte Handschriften treten dabei im \u00dcbrigen technisch bearbeitete oder durch den erkennbaren Einsatz typographischer Mittel simulierte Schriftz\u00fcge mit der Anmutung von Handschriftlichkeit. Meist wird die Rezeption der verschiedenen Spielformen von Handschrift in literarischen Texten durch einen Fiktionspakt reguliert, analog zu Konstruktionen gedruckter Texte, die von sich behaupten, auf \u201aalten Handschriften\u2018 zu basieren. Interessanter sind die weniger eindeutigen F\u00e4lle.<\/p>\n<p>Ein erster Teil der Vorlesung umrei\u00dft skizzenhaft das Themenfeld der \u201eHandschrift\u201c in Werken literarischer Fiktion. Ein zweiter Teil gilt der Pr\u00e4sentation konkreter Beispiele: Vorgestellt werden verschiedene Werke der sogenannten \u201amultimodalen Literatur\u2018 wie J. J. Abrams und Doug Dorsts S. (2013), Alex Irvines <em>New York Collapse<\/em> (2016) sowie die unkonventionellen Briefromanen der <em>Griffin&amp;Sabine<\/em>-Reihe von Nick Bantock (1991-2016).<br \/>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>17.06.21 |<br><span style=\"color: #00a39d;\"><strong>Carina Dauven<\/strong><\/span><br><em>Von technischen Einschreibungen, instruktiven Gesten und performierten Operationen: Fr\u00fche Portr\u00e4tkonzepte in der fotografischen Handbuch- und Journalliteratur<\/em><br>Moderation: Julia Reich<\/p>\n\n\n<span class=\"collapseomatic \" id=\"id69decb9dd7771\"  tabindex=\"0\" title=\"Vortrags-Abstract\"    >Vortrags-Abstract<\/span><div id=\"target-id69decb9dd7771\" class=\"collapseomatic_content \">Das fr\u00fche Portr\u00e4tatelier ist nicht nur die B\u00fchne fotografischer Selbstinszenierungen, sondern auch Werkstatt anwendungsbezogener Forschung, die sich durch Experimente mit den Variablen \u201eLicht\u201c, \u201eK\u00f6rper\u201c und \u201eKamera\u201c in diesem ersten Dispositiv fotografischer Selbsteinschreibung vollzieht. Die Handbuchautor:innen selbst beschreiben den fotografischen Akt als <em>Operation<\/em>, eine Denomination, die die Versatzst\u00fccke und Handlungen der fotografischen Portr\u00e4tpraxis anbindungsf\u00e4hig f\u00fcr eine epistemologische sowie eine praxeologische Lesart machen. Sinn und Zweck der Anweisungsliteratur ist es n\u00e4mlich, die Operation Portr\u00e4taufnahme in ihre einzelnen Schritte aufzuschl\u00fcsseln und auf verst\u00e4ndliche Art vermittelt, wiederholbar zu machen. Ein Ateliersetting, das aus der Handbuchliteratur (re)konstruiert bzw. errichtet wurde, das basierend auf den Instruktionen ausgestattet und ausgeleuchtet wurde und in dem anhand von technischen wie \u00e4sthetisierenden Leitf\u00e4den der Vorgang der eigentlichen Portr\u00e4taufnahme von Atelierfotograf:innen und Atelierbesucher:innen gleicherma\u00dfen performativ nachvollzogen wird, generiert eine Vielzahl an Portr\u00e4taufnahmen, die aller Individualisierungsbestreben zu Trotz, doch eigentlich austauschbar sind und vielleicht weniger die Bildwerdung eines Individuums markieren, als die Sichtbarwerdung in einem medialen Dispositiv und einer nun \u00fcber Bilder kommunizierenden Gesellschaft. In meiner Vorlesung widme ich mich diesem in der Anweisungsliteratur verhandelten Spannungsfeld von technischen Einschreibungen, den sich aus dem Handbuch in das Atelier erstreckenden instruktiven Gesten und den performierten Operationen von Atelierfotograf:innen und Atelierbesucher:innen.<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #00a39d;\"><strong>Philipp Hohmann<\/strong><\/span><span style=\"color: #00a39d;\"><\/span><br><em>N.O.Body\u2019s queer appearances. Erscheinung, Anerkennung und Opazit\u00e4t in Filminstallationen von<\/em> <em>Boudry\/Lorenz<\/em><br>Moderation: Julia Reich<\/p>\n\n\n<span class=\"collapseomatic \" id=\"id69decb9dd7795\"  tabindex=\"0\" title=\"Vortrags-Abstract\"    >Vortrags-Abstract<\/span><div id=\"target-id69decb9dd7795\" class=\"collapseomatic_content \">In Boudry\/Lorenz Filminstallation <em>N.O.Body<\/em> (2008) wird scheinbar ein Bild, eine Fotografie lebendig, genauer: Eine Carte de Visite aus dem 19. Jahrhundert, die die \u201aBartdame\u2018 Annie Jones zeigt. Ein*e Doppelg\u00e4nger*in oder eine Verk\u00f6rperung ihres Bildes (Werner Hirsch) schreitet im Film des K\u00fcnstlerinnenduos durch einen menschenleeren H\u00f6rsaal, zeigt uns weitere Bilder und bricht \u2013 scheinbar v\u00f6llig grundlos \u2013 in Lachen aus. Entstanden aus einer Auseinandersetzung mit Magnus Hirschfeld, dem Begr\u00fcnder der deutschen Sexualwissenschaft und seiner Bildersammlung verschieben Boudry\/Lorenz die von Hirschfeld im wissenschaftlichen Dispositiv nutzbar gemachten, \u00e4u\u00dferst heterogenen Bilder (wieder) in den Bereich der Kunst. Dabei werden Bedeutungshorizonte, die in der Operationalisierung der wissenschaftlichen Verwendung verdeckt wurden, wiederer\u00f6ffnet und in einer medial vermittelten, performativen Ann\u00e4herung, weitere hinzugef\u00fcgt. Dieser Vortrag entwickelt entlang von <em>N.O.Body<\/em> die Frage, inwiefern in der komplexen Arbeit von Boudry\/Lorenz, insbesondere durch ihren Umgang mit Medien und K\u00f6rpern bzw. deren wechselseitigem Bezug, so etwas wie \u201equeer appearances\u201c denk- und sichtbar werden. Entlang der Begriffe Opazit\u00e4t und Anerkennung wird nach der (Un-)M\u00f6glichkeit, den Bedingungen und den potentiellen Folgen eines Erscheinens gefragt, das sich bestehenden Anspr\u00fcchen an Transparenz oder Erkennbarkeit (etwa in Bezug auf Geschlecht und Begehren) bis zu einem gewissen Grad entzieht. Wenn Anerkennung, mit Judith Butler als \u201eOrt der Macht, durch die das Menschliche verschiedenartig erzeugt wird\u201c zu verstehen ist, l\u00e4sst sich Fragen, welche Folgen ein Beharren auf Opazit\u00e4t dann f\u00fcr die eigene Anerkennbarkeit als Mensch hat und was damit f\u00fcr wen auf dem Spiel steht. <\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>01.07.21 |<br><span style=\"color: #00a39d;\"><strong>Elisa <\/strong><\/span><span style=\"color:#0071a1\" class=\"has-inline-color\"><span style=\"color: #00a39d;\"><strong>Linseisen<\/strong><\/span><span style=\"color: #00a39d;\"><\/span><\/span><br><em>\u201eFor documentaries, there are awards and festivals but no platform\u201c. Protodokumentarismen der National-Geographic-App<\/em><\/p>\n\n\n<span class=\"collapseomatic \" id=\"id69decb9dd77bb\"  tabindex=\"0\" title=\"Vortrags-Abstract\"    >Vortrags-Abstract<\/span><div id=\"target-id69decb9dd77bb\" class=\"collapseomatic_content \">tba.<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>15.07.21 |<br><span style=\"color: #00a39d;\"><strong>Julia Schade<\/strong><\/span><span style=\"color:#0071a1\" class=\"has-inline-color\"><span style=\"color: #00a39d;\"><\/span><span style=\"color: #00a39d;\"><\/span><\/span><br>The Sea is History: Ozeanische Zeitlichkeit in John Akomfrahs <em>Vertigo Sea<\/em><br>Moderation: Friedrich Balke<\/p>\n\n\n<span class=\"collapseomatic \" id=\"id69decb9dd77dc\"  tabindex=\"0\" title=\"Vortrags-Abstract\"    >Vortrags-Abstract<\/span><div id=\"target-id69decb9dd77dc\" class=\"collapseomatic_content \">Das Meer wird oft als dasjenige Medium beschreiben, durch welches die Moderne zu sich selbst findet und sich auf ihren Begriff bringt. Aber gerade in den letzten Jahren ist zunehmend eine dekoloniale Auseinandersetzung mit dem Ozean zu beobachten: F\u00fcr viele Denker:innen aus dem Bereich der Black Radical Tradition, der Black Studies und dem Black Feminism ist der Ozean zu einer entscheidenden Denkfigur f\u00fcr das Gewaltgef\u00fcge von Kolonialismus, Kapitalismus und liberaler Moderne, f\u00fcr die Verstrickungen von Erinnerung, Trauma und Widerst\u00e4ndigkeit geworden. Im Denken von \u00c9douard Glissants <em>Poetics of Relation<\/em>, Derek Walcotts <em>The Sea is History<\/em>, Paul Gilroys <em>Black Atlantic<\/em> oder auch Christina Sharpes <em>Wake Work<\/em> birgt der Ozean eine Zeitlichkeit des Nachlebens, die von jenem Verdr\u00e4ngtem und Vergessenen der Geschichte zeugt, sich dabei aber nicht einfach auf bekannte Weise belegen, erz\u00e4hlen oder darstellen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund nimmt der Vortrag die installative Arbeit <em>Vertigo Sea<\/em> des britisch-ghanaischen K\u00fcnstlers John Akomfrah in den Blick und zeigt auf, wie darin der Zusammenhang von <em>Racial Capitalocene<\/em> und kolonialem <em>Ungedachten<\/em> der Moderne verhandelt wird &#8211; und zwar als eine ozeanische Zeitlichkeit, deren <em>spatialized relationality<\/em> einen ziemlich schwindelig werden l\u00e4sst.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Graduiertenkolleg veranstaltet im Sommersemester seine nunmehr dritte Ringvorlesung zum Thema &#8220;Das Dokumentarische III: Projekte und Positionen&#8221;. 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